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Verfasst von

Dennis Jürgensen

Die Analyse der Forderungskonten in SAP gibt ein erstes Gefühl für die Verteilung der Forderungen. Allerdings kann noch keine detaillierte Aussage über das Zahlungsverhalten einzelner Kunden getroffen werden. Daher tauchen wir in diesem Beitrag etwas tiefer ein und werfen einen Blick auf einzelne Kunden und vergleichen diese miteinander.

 

Im letzten Blog Post haben wir uns einen Überblick über alle Forderungskonten in SAP verschafft. Sollten Sie den Artikel mit dem Titel „Zahlen Kunden eigentlich immer rechtzeitig“ verpasst haben, dann sei Ihnen dieser ans Herz gelegt. So bekommen Sie eine übersichtliche Darstellung aller Forderungskonten und der jeweiligen Differenzen zwischen dem Basisdatum der Fälligkeit und dem Ausgleich. Heute liegt der Fokus direkt auf den Kunden. Neben der Untersuchung der Zahlungsmoral einzelner Kunden werden wir einen Graphen in Excel erstellen, der Kunden nach der durchschnittlichen Zahlungsmoral darstellt.

 

Die Auswertung der Zahlungsmoral

Ohne Daten keine Auswertung und auch keine visuelle Darstellung in Form eines Graphen. Daher haben wir die SQL Anweisungen des letzten Blog Posts etwas angepasst, sodass diese direkt für die Auswertung der Kunden verwenden werden können. Da wir Ihnen das Leben in der SAP Prüfung leichter machen wollen, stellen wir Ihnen die Anleitung inklusive aller notwendigen SQL Anweisungen wieder zum Download zur Verfügung:

 

Download

 

Zunächst gucken wir uns für die Kunden ein paar Kennzahlen genauer an. Mit der ersten SQL Anweisung erhalten wir z.B. die folgende Tabelle:

 

BLART KUNNR HKONT DOCUMENTS AVG(DATEDIFF('DAY', ZFBDT, AUGDT)) MIN(DATEDIFF('DAY', ZFBDT, AUGDT)) MAX(DATEDIFF('DAY', ZFBDT, AUGDT))
RV 01000068 140000 215 22 6 39
AB 01000071 140000 24 48 34 70
AB 01000072 196900 103 23 -16 87
AB 01000097 196900 135 21 7 39
... ... ... ... ... ... ...

Tabelle 1: Übersicht der Zahlungsmoral auf Kundenebene

 

Zur Vereinfachung der Tabelle habe ich den Mandanten, Buchungskreis und Geschäftsjahr weggelassen. Zur Erläuterung der 7 Spalten:

BLART: Belegart

KUNNR: Kundennummer

HKONT: Sachkonto der Hauptbuchhaltung

DOCUMENTS: Anzahl der Dokumente einer zugehörigen Kundennummer

AVG: Durchschnittliche Dauer zwischen dem Basisdatum der Forderung und dem Ausgleich

MIN: Minimale Dauer zwischen dem Basisdatum der Forderung und dem Ausgleich

MAX: Maximale Dauer zwischen dem Basisdatum der Forderung und dem Ausgleich

Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, sollte das Augenmerk auf die außergewöhnlichen Kunden gelegt werden. Eine durchschnittliche Dauer zwischen dem Basisdatum der Forderung und dem Ausgleich oberhalb einer definierten Unternehmensgrenze von z.B. 30 Tagen ist schon sehr auffällig und sollte auf alle Fälle hinterfragt werden. Aus den Erkenntnissen kann sich die Notwendigkeit einer Liquiditätsprüfung ergeben, denn kein Unternehmen möchte auf seinen Forderungen sitzen bleiben, oder? Untersuchen Sie demnach, warum einzelne Kunden so lange für den Ausgleich einer Forderung benötigen. Behalten Sie gleichzeitig die Anzahl der Dokumente im Auge, um sich bei dieser Analyse nicht zu verlaufen.

Je nachdem wie viele Kunden Sie im SAP System gepflegt haben kann die Liste unter Umständen lang und unübersichtlich werden. So macht es in diversen Fällen durchaus Sinn ein Punkt(XY)-Diagramm mit Excel zu erstellen und die definierte Unternehmensgrenze einzuzeichnen. Dafür verwende ich die erste SQL Anweisung und exportiere mir die Ergebnisse in eine Excel Datei. Die Spalte der durchschnittlichen Dauer zwischen dem Basisdatum der Forderung und dem Ausgleich verwende ich als Y-Achse und die Kundennummer als X-Achse. Normalerweise ist ein Punkt(XY)-Diagramm nicht für diese Art der Darstellung gedacht, da die Kundennummer weder ein metrisches noch ordinales Merkmal ist. Allerdings verdeutlicht es diejenigen Kunden oberhalb einer definierten Unternehmensgrenze sehr gut, weshalb das Diagramm in diesem Fall etwas zweckentfremdet wird. Auf der Suche nach einer Möglichkeit zum Einzeichnen der Unternehmensgrenze von 30 Tagen wurde ich in Excel etwas stutzig. Nach einiger Recherche stellte sich heraus, dass es anscheinend nicht möglich ist eine einfache Gerade in ein Excel Diagramm zu zeichnen, ohne eine neue Spalte mit immer dem gleichen Wert anzulegen. Im Endeffekt fiel die Wahl auf das Einzeichnen einer manuellen Linie über Einfügen – Formen – Linie. Mit einem Klick auf das „grüne +“ im oberen rechten Bereich des Diagramms habe ich außerdem die Datenbeschriftung markiert, sodass sofort ersichtlich wird, welche Kundennummer im Durchschnitt oberhalb der Grenze von 30 Tagen liegt.

 

Dauer-bis-zum-Ausgleich-einer-Forderung.png

Abbildung 1: Excel Punktdiagramm zur Auswertung der Zahlungsmoral von Kunden in SAP

 

Für die Verteilung in verschiedene Cluster haben wir außerdem eine zweite SQL Anweisung im Whitepaper hinzugefügt. Diese gliedert die einzelnen Kunden in die Cluster:

Ausgleich vor Basisdatum für die Fälligkeit (Spalte LESS_THAN_0)
Ausgleich innerhalb 30 Tagen nach Basisdatum der Fälligkeit (Spalte BETWEEN_0_30)
Ausgleich zwischen 31 und 60 Tagen nach Basisdatum der Fälligkeit (Spalte BETWEEN_31_60)
Ausgleich zwischen 61 und 90 Tagen nach Basisdatum der Fälligkeit (Spalte BETWEEN_61_90)
Ausgleich zwischen 91 und 180 Tagen nach Basisdatum der Fälligkeit (Spalte BETWEEN_91_180)
Ausgleich nach mindestens 181 Tagen nach Basisdatum der Fälligkeit (Spalte MORE_THAN_180)

Und jetzt liegt der Ball bei Ihnen. Wir wünschen viel Spaß mit der Anleitung:

 

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